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Materialkunde

Das Teppich-Glossar

Materialien und ihre Eigenschaften

Niemand käme wohl auf den Gedanken mit einem Seidenshirt eine Schneewanderung zu unternehmen oder in einem Arbeitsoverall aus Baumwolle zu einer Hochzeit zu gehen. Wie bei Kleidung so werden auch bei Teppichen verschiedene Materialien für verschiedene Anlässe oder sagen wir besser „Einsatzgebiete“ verwendet. Dient ein Teppich eher der Dekoration oder wird er stark beansprucht werden? Flur, Schlafraum, Kinderzimmer, Bad - nicht jedes Material ist für jeden Wohnraum gleichermaßen geeignet. Natürliche oder synthetische Fasern? Das kleine Teppichglossar in dem wir alle von uns verwendeten Materialien und ihre wichtigsten Eigenschaften aufgelistet haben, soll dich bei deiner Kaufentscheidung bestmöglich unterstützen.

Naturfasern

Teppiche aus natürlichen Fasern haben eine lange Tradition. Ihre Optik, ihre Produkteigenschaften und nicht zuletzt ihre positive Umweltbilanz machen sie bei Käufern auch heute außerordentlich beliebt. In unserer Teppichproduktion werden Naturfasern tierischen Ursprungs wie Wolle und Seide, aber auch pflanzliche Fasern wie Hanf und Sisal eingesetzt.

  • Wolle
  • Seide
  • Hanf
  • Sisal/Jute

Wolle

Am häufigsten werden bei der Herstellung von Teppichen Wollgarne verwendet. Aus guten Gründen:

  • Wollfasern tragen zu einer behaglichen Wohnatmosphäre bei.
  • Sie sind überaus strapazierfähig.
  • Ihr natürliches Fett macht sie recht unempfindlich gegen Schmutz und Wasser.
  • Wollfasern wirken antistatisch.
  • Sie lassen sich bis zu 30 Prozent dehnen und zusammenziehen und sind so unempfindlich gegen Druckstellen.
  • Sie wirken trittschalldämmend, wärmeisolierend und wohnklimaregulierend.
  • Wolle ist ein nachwachsender Rohstoff.

Doch Wolle ist nicht gleich Wolle: Während die sogenannte „Gerberwolle“ ein Zweitprodukt bei der Herstellung von Leder darstellt, also erst nach dem Tod eines Tieres gewonnen wird, darf der Begriff „Schurwolle“ nur verwendet werden, wenn es sich um neue, unmittelbar am lebenden Tier geschorene Wolle handelt. Wir benutzen für unsere hochwertigen Markenteppiche ausschließlich die hochwertigere Schurwolle.


Auch der Lebensraum der Tiere bestimmt die Eigenschaften der Wolle. Hochlandwolle ist besonders robust und widerstandsfähig, Tieflandwolle gilt als besonders weich. Viele Teppiche unserer Manufaktur in Nepal werden aus Hochlandwolle aus der Himalayaregion hergestellt. Ein Großteil der verwendeten Tieflandwolle stammt aus Neuseeland, wo die Tiere auf grünen Ebenen und Hügeln in einzigartigem Inselklima weiden. Häufig werden auch Wollmischungen verwendet, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Achtung: Wollteppiche wirken sich positiv auf das Wohnklima aus, sie sind aber nicht geeignet für feuchte Räume, etwa Badezimmer. Zieht der Teppich dauerhaft Feuchtigkeit, fängt er an zu riechen und zersetzt sich langsam. Auch vor Mottenfraß müssen Wollteppiche geschützt werden.

Seide

Früher war sie allein Königen und Würdenträgern vorbehalten, noch heute gehört sie zu den Materialien der Luxusklasse: Naturseide. Seide wird aus den Kokons des Maulbeerspinners gewonnen. Die Herkunft des Insektes ist China. Über die berühmte Seidenstraße wurde bereits ab 100 v. Chr. mit chinesischer Seide gehandelt, so gelangte Naturseide auch nach Europa.

Das edle Naturprodukt wird bis heute nicht nur in der Herstellung von Mode und Heimtextilien wie Kissen und Vorhänge verwendet, es wird aufgrund seiner besonderen Produkteigenschaften auch zu Teppichen verarbeitet. Die Vorteile im Überblick:

  • Stärkste bekannte Naturfaser
  • Optik: Sanfter Glanz, natürliche Eleganz
  • Hohe Formbeständigkeit
  • Gute Fähigkeit zur Isolierung
  • Nicht so elastisch wie Wolle, aber außergewöhnlich strapazierfähig und reißfest
  • Hohe Knüpfdichte durch besondere Feinheit
  • Motive und Muster wirken sehr präzise
  • Farbstoffe werden sehr gut aufgenommen
  • Oberflächenstruktur lässt die Seiten innen dunkler erscheinen als an den Außenrändern
  • Je nach Lichteinfall können Seidenteppiche sehr unterschiedlich wirken

Achtung: Seidenteppiche vertragen manches, jedoch keine Feuchtigkeit. Aufgrund ihrer Empfindlichkeit gegen Wasser sind sie nicht für feuchte Räume geeignet!

Hanf

Hanf ist eine der ältesten und vielfältigsten Kulturpflanzen, sie wurde bereits in vorchristlicher Zeit angebaut. Hanf hat eine lange Tradition als Nahrungsmittel und Medizin, aber auch als Lieferant von Fasern für Seile, Segel und Flaggen. Die große Beliebtheit von Hanf in der Seefahrt beruhte auf der hohen Widerstandsfähigkeit des Materials. Mit der Industrialisierung begann der Niedergang der Hanfwirtschaft, in vielen Ländern wurde zudem der Anbau von Hanf aufgrund seiner Verwendungsmöglichkeit als Droge verboten. In der Teppichproduktion erlebt das Material Hanf seit einigen Jahren aufgrund seiner vielen positiven Produkteigenschaften eine Renaissance.

Die Vorteile im Überblick:

  • Hanffasern geben Teppichen einen sehr natürlichen, rustikalen Look
  • Dank hoher Strapazierfähigkeit eigenen sich Hanfteppiche auch für stark beanspruchte Wohnbereiche
  • Hanffasern sind unempfindlich gegen Schmutz und Chemikalien
  • Hanffasern sind nachwachsende Rohstoffe.
  • Weil Hanfpflanzen so robust sind, können sie ohne den Einsatz von Pestiziden angebaut werden. Sie sind zudem sehr ertragreich und tragen zur Verbesserung der Bodenstruktur bei.

Achtung: Hanfteppiche sind deutlich rauer als Wollteppiche.

Sisal/Jute-Teppiche

Teppiche aus den Pflanzenfasern Sisal und Jute werden immer beliebter. Sisal wird aus den Blättern bestimmter Agavenarten gewonnen, die ursprünglich in Mittelamerika beheimatet waren. Heute wird Sisal hauptsächlich in Brasilien, Tansania und Mexiko angebaut. Jutefasern werden aus den Stängeln des Chorchorus-Strauchs gewonnen, die bis zu vier Meter hoch werden können. Dieser benötigt ein feuchtes, tropisches Klima und wird heute vor allem in Indien und Bangladesh kultiviert. Nach der Baumwolle ist Jute mengenmäßig die wichtigste Pflanzenfaser. Wegen ihres sanften Glanzes werden Jutefasern oft auch als „goldene Fasern“ bezeichnet.

Die Vorteile im Überblick:

  • Natürliche, lässige Optik
  • Regulierende Wirkung auf das Raumklima
  • Antistatische Wirkung
  • Sisal- und Jutefasern lassen sich gut einfärben In der Regel sind sie immun gegen Mottenfraß
  • Sie sind leicht zu reinigen
  • Sisal- und Jutefasern sind nachwachsende Rohstoffe

Achtung: Sisal- und Juteteppiche vertragen keine Nässe, sie können sich dann verformen und anfangen, stark zu riechen. Bei direkter Sonneneinstrahlung können sie zudem ausbleichen.

Kunstfasern/Synthetische Fasern

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden bei der Herstellung von Teppichen erstmals auch synthetische Fasern verwendet. Zunächst wurden Zellulosefasern eingesetzt, Ende der Fünfzigerjahre dann begann der Aufstieg von Nylon- und Acrylfasern. Ab 1962 wurde Polypropylen als Teppichgarn verwendet, nur wenige Jahre später auch Polyester. Neben einer Fülle von positiven Eigenschaften ist der schnelle Aufstieg der synthetischen Fasern sicher auch ihrer leichten Verfügbarkeit zu verdanken. Hinzu kommt, dass die synthetischen Fasern neue Strukturen und Griffeigenschaften im Design ermöglichten. In unserer Teppichproduktion verwenden wir aktuell vier Kunstfasern:

  • Polyacryl
  • Polyester
  • Polypropylen
  • Viskose

Polyacryl

Polyacryl ist eine der am weitesten verbreiteten Kunstfasern. Aufgrund ihrer wollähnlichen Materialeigenschaften wird die Faser vor allem in der Bekleidungsindustrie eingesetzt. Aber auch in der Herstellung von Teppichen hat das Material aufgrund seiner positiven Produkteigenschaften einen festen Platz:

  • Polyacryl hat eine wollähnliche, weiche und elastische Struktur
  • Hohe Lichtbeständigkeit, hohe Farbqualität
  • Polyacrylfasern sind schmutzabweisend, schnelltrocknend und pflegeleicht
  • Polyacryl wirkt wärmeisolierend
  • In der Regel immun gegen Mottenfraß
  • Ideal bei starker Beanspruchung, etwa im Flur oder Kinderzimmer
  • Auch für Badezimmer geeignet

Polyester

Polyester kommen zwar auch in der Natur vor, in der Regel versteht man darunter aber die große Familie synthetischer Polymere, die heute in vielen Bereichen eingesetzt werden. Je nach Art der eingesetzten Monomere können die Eigenschaften des Polyesters variiert werden. In der Produktion von Möbelstoffen und Teppichen sind Polyester äußerst beliebt, auch weil sie viele Gestaltungsoptionen ermöglichen.

Die Vorteile im Überblick:

  • Polyesterfasern sind strapazierfähig, langlebig und lichtbeständig
  • Sie weisen eine hohe Elastizität und Formstabilität auf Polyesterfasern sind schmutzabweisend, schnelltrocknend und pflegeleicht
  • Polyester wirkt wärmeisolierend
  • In der Regel immun gegen Mottenfraß
  • Geeignet auch bei starker Beanspruchung, etwa in Kinderzimmern oder Fluren
  • Auch im Badezimmer einsetzbar
  • Hochflor- und Kurzflorteppiche möglich

Polypropylen

Polypropylen ist eine der leichtesten handelsüblichen Fasern. Sie wurde Mitte der Fünfzigerjahre in Deutschland entwickelt. In der Textilindustrie wird vor allem das Kammgarn Polycolon verwendet, unter anderem zur Herstellung von Heimtextilien, Sporttextilien und Teppichen.

Die Materialeigenschaften im Überblick:

  • Extrem leichte Faser
  • Hohe Oberflächenspannung, dadurch wird Flüssigkeit besonders schnell weitergeleitet
  • Äußerst strapazierfähig, scheuerfest und langlebig
  • Hohe Trittschall- und Wärmedämmung
  • Besonders vielfältige Faser, die sich für zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten eignet, u.a. als Hochflor- und Kurzflorteppiche

Teppiche aus Polypropylenfasern sind unempfindliche Allrounder, die überall im Haus eingesetzt werden können, selbst in der Küche, im Badezimmer oder im Flur.

Viskose

Dank ihres sanften Glanzes wird Viskose oft als günstiger Seidenersatz eingesetzt. Viskose ist eine natürliche Kunstfaser. Der Widerspruch erklärt sich, wenn man ihre Herstellung etwas eingehender betrachtet. So sind Zellulosefasern, die aus verschiedenen Holzarten sowie aus Bananen- und Bambusfasern gewonnen werden, nur die Grundlage für Viskose. Durch Zusatz von Chemikalien entsteht aus dem Zellstoff eine zähflüssige Masse, die im Nassverfahren zu Fasern versponnen wird. Viskose hat ähnliche Eigenschaften wie Baumwolle, kann jedoch noch feiner verarbeitet werden. So sind Viskose-Teppiche meist dichter geknüpft und fühlen sich weicher und samtiger an.

Die Materialeigenschaften im Überblick:

  • Optik: Seidiger Glanz, besondere Farbwirkung
  • Hohe Saugfähigkeit, ähnlich wie Baumwolle
  • Nachwachsender, preisgünstiger Rohstoff
  • Auch für Tierhaarallergiker geeignet

Achtung: Viskose ist nicht ganz so strapazierfähig wie Seide. Sie ist weniger elastisch und wärmeregulierend als beispielsweise Schurwolle.

 

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